Martin Brunnhuber vom Brunnhuberhof

"Bioversorgung für jeden Geldbeutel!"

Martin Brunnhuber

“Das Konzept klang interessant, aber erstmal konnte ich mir nichts drunter vorstellen,” das war Martins erste Reaktion im Frühsommer 2020 als Britta, FoodHub-Mitglied der ersten Stunde ihm vom solidarischen Mitmach-Supermarkt erzählte. Britta verbrachte gerade ein paar freie Tage in einer Ferienwohnung des Brunnhuberhofs, den Martin, jüngster von insgesamt fünf Geschwistern von seinen Eltern 2008 übernommen hatte.

Wiederbelebung des Hofs

“Der Hof war damals schon stillgelegt, es gab keinen Milchviehbetrieb mehr und die Flächen waren verpachtet. Ich hab dann einfach angefangen den Hof wieder zu beleben, die Fassaden zu erneuern, die Gebäude umzubauen und die Pachtflächen zurück zu holen.” Nach einer Landwirtschaftsausbildung an der Öko-Akademie sollte der Hof nicht nur äußerlich erneuert werden. “Ökolandbau, regionale Naturschutzprojekte wie z.B Heckenpflanzungen, Wiederansiedlung seltener Arten, Bio-Gemüse usw. waren Themen, für die ich arbeiten und einstehen wollte.“

Kein Kükenleid dank Zweitnutzungshühnern

Gemeinsam mit seiner Partnerin Elisabeth, Gemüsegärtnerin und Sozialpädagogin, setzte sich Martin auch mit Zweitnutzungshühnern auseinander. “Darunter versteht man Hühnerrassen, die sowohl zur Eier- als auch zu Fleischerzeugung gehalten werden können.

Anders als beim Hybridhuhn, eignet sich die Henne zur Eierproduktion und die Hähne gleichzeitig zur Mast. Das schreckliche Schreddern von männlichen Küken fällt damit weg.” Momentan gibt es um die 75 Hühner verschiedenster Rassen auf dem Hof, die aber in den nächsten zwei Jahren auf 150 Stück verdoppelt werden sollen. “Den Nachwuchs brüten wir teilweise selbst aus, aktuell haben wir 40 Eier im Brutkasten. Die Zweitnutzungshühner beziehen wir von der Bio-Geflügelbrüterei Hetzenegger ganz in unserer Nähe, darunter z.B. Les Bleues, die wegen ihrer auffällig blauen Beine so genannt. Werden. Insgesamt ist die Haltung etwas teurer und aufwendiger, weil die Hühner zwar die gleiche Menge Futter fressen, wie Legehybridrassen, aber weniger Eier legen. Das macht die Eier etwas teurer, dafür können die Kunden beruhigt sein, dass kein Küken unnötig sterben muss.“

Eine große Hoffamilie

Während die Eier mit einem Teil des Bio-Gemüses wie Kartoffeln, Möhren, Kohl & Co. An den FoodHub gehen – natürlich hat sich Martin schließlich vom Konzept überzeugen lassen- werden die Hähnchen noch für den Eigenbedarf des Hofes gehalten. Hierzu gehören neben Elisabeth, die auch die vier Ferienwohnungen betreibt, die drei Kinder des Paares, Martins Eltern, die ebenso wie eine Nachbarin und dem Ökolandwirtschaftsmeister Hannes auf dem Hof mitarbeiten.

Warum FoodHub?

Was mich am stärksten fasziniert, ist die Idee der direkten Vermarktung. Kein Großhändler, der zwischengeschaltet ist, sondern dass ich weiß, dass meine Produkte direkt beim Kunden landen. Durch eine solidarische Zusammenarbeit eine Bioversorgung für jeden Geldbeutel zu schaffen, das ist schon ein gutes Gefühl.” Und das lässt sich in Zukunft noch ausbauen: Spätestens ab Sommer möchte der Hof auch Getreide (Weizen, Roggen, Dinkel) liefern, der hofeigene Hafer geht schon an den Bio-Müslihersteller Barnhouse sowie Kümmel und Fenchel an das Naturheilmittelunternehmen Salus.

Neugierig?

Wer den Brunnhuberhof und seine Bewohner gerne kennenlernen möchte, kann sich einmieten. “Wer Lust hat, sein Home Office ins schöne Inntal (bei Waldkraiburg) zu verlegen, ist herzlich willkommen – schnelles Internet inklusive. Und natürlich hoffen wir bald auch wieder auf reguläre Feriengäste, die sich bei uns entspannen.”